Beide Formate haben ihre Stärken – die Frage ist, wofür du sie in deiner Content-Strategie einsetzt.
Lohnt sich der Aufwand für Reels wirklich, oder reichen klassische Feed-Posts? Diese Frage stellt sich früher oder später jeder faceless-Account. Nach einigen Monaten Erfahrung ist meine Antwort etwas unbefriedigend, aber ehrlich: Es kommt darauf an, was der einzelne Beitrag überhaupt erreichen soll.
Reels als Reichweiten-Maschine
Instagram spielt Reels bevorzugt Menschen aus, die dem Account noch nicht folgen. Das macht sie zum wichtigsten Werkzeug, um überhaupt neue Leute zu erreichen. Besonders gut funktionieren Formate, die in den ersten zwei, drei Sekunden eine klare Frage oder ein konkretes Versprechen aufmachen, etwa "3 Fehler, die dich Geld kosten" oder "So habe ich angefangen, ohne mein Gesicht zu zeigen".
Der Haken dabei: Reichweite ist nicht gleich Vertrauen. Viele Zuschauer sehen ein Reel, ohne sich später überhaupt noch an den Account zu erinnern. Reichweite ist der erste Schritt – nicht das eigentliche Ziel.
Feed-Posts als Vertrauens-Bauer
Klassische Feed-Beiträge, ob als Einzelbild oder Karussell mit mehreren Folien, werden häufiger von bestehenden Followern gesehen und eignen sich gut, um in die Tiefe zu gehen. Ein Karussell mit fünf Folien kann ein Thema Schritt für Schritt aufbauen, während ein Reel meist nur einen einzigen Gedanken transportieren kann, bevor die Aufmerksamkeit abfällt.
Karussells haben zudem einen Vorteil, der gern unterschätzt wird: Sie werden häufiger gespeichert, weil Menschen sie als Nachschlagewerk verwenden. Gespeicherte Beiträge sind für den Algorithmus ein starkes Signal – teilweise stärker als reine Likes.
Wie ich beide Formate kombiniere
In meiner Content-Planung übernehmen Reels die Aufgabe, neue Menschen überhaupt erst auf den Account aufmerksam zu machen, meist mit kurzen, zugespitzten Aussagen zu Affiliate-Marketing oder Content-Erstellung. Feed-Karussells vertiefen anschließend Themen, die im Reel nur angerissen wurden, und bieten mehr Substanz für Menschen, die bereits Interesse mitbringen.
Und Stories?
Stories sind das dritte Format, das oft zu kurz kommt. Sie eignen sich hervorragend, um zwischen den großen Beiträgen präsent zu bleiben, Umfragen zu stellen oder schnelle Reaktionen einzuholen. Da Stories nach 24 Stunden verschwinden, kann man dort auch mal etwas ausprobieren, ohne dass ein missglückter Versuch dauerhaft im Profil hängen bleibt.
Kein Entweder-oder
Wer nur Reels macht, gewinnt Reichweite, aber wenig Tiefe. Wer nur Feed-Posts macht, baut Vertrauen bei einer kleinen, loyalen Gruppe auf, wächst dafür langsamer. Für mich hat sich die Kombination am meisten ausgezahlt: Reels für Reichweite, Karussells für Tiefe, Stories für Nähe dazwischen.
Bleib dran
Ich teile regelmäßig weitere Einblicke, Learnings und Tools rund um Affiliate-Marketing — am liebsten auf Instagram und hier im Blog.