Warum Annahmen über die eigene Zielgruppe oft falsch sind – und wie man sie durch echtes Verständnis ersetzt.
Am Anfang stellt man sich seine Zielgruppe fast zwangsläufig anhand von Annahmen vor: wie alt sie ist, welche Probleme sie hat, wonach sie sucht. Ich habe das auch so gemacht. Diese Annahmen sind ein notwendiger erster Schritt, aber sie sollten mit der Zeit durch echtes Wissen ersetzt werden, sonst kommunizieren sie ins Leere.
Warum reine Annahmen nicht reichen
Eine angenommene Zielgruppe basiert meistens auf der eigenen Perspektive oder auf allgemeinen Vorstellungen über eine Nische. Die tatsächliche Zielgruppe kann davon spürbar abweichen – im Vorwissen, in den konkreten Fragen, in den Formaten, die sie überhaupt konsumiert. Wer nur auf Basis von Annahmen arbeitet, läuft Gefahr, ständig an der eigentlichen Zielgruppe vorbeizureden.
Wie ich echtes Wissen sammle
- Kommentare und Nachrichten aufmerksam lesen: Welche Fragen tauchen tatsächlich auf, und mit welchen Worten beschreiben Menschen ihre Probleme?
- Umfragen in Storys nutzen: Einfache, direkte Fragen liefern schnelles Feedback zu Interessen und Bedürfnissen.
- Statistiken anschauen: Welche Beiträge werden besonders oft gespeichert oder geteilt? Das zeigt, was wirklich als wertvoll empfunden wird.
- Direkte Gespräche führen: Ein einziges ausführliches Gespräch mit jemandem aus der Zielgruppe liefert manchmal mehr Erkenntnis als zehn oberflächliche Statistiken zusammen.
Demografie ist nicht dasselbe wie Verständnis
Zu wissen, dass die eigene Zielgruppe mehrheitlich einer bestimmten Altersgruppe angehört, ist nützlich, bleibt aber oberflächlich. Entscheidender ist die konkrete Situation dieser Menschen: Stehen sie noch ganz am Anfang, oder haben sie schon erste Erfahrungen? Fehlt eher Wissen, Zeit oder Selbstvertrauen? Genau diese Fragen entscheiden, welche Inhalte tatsächlich weiterhelfen.
Zielgruppen verändern sich
Sie sind nicht statisch. Mit wachsendem Account und mehr Inhalten verändert sich oft auch, wer tatsächlich angesprochen wird – manchmal entwickelt sich die reale Zielgruppe in eine völlig andere Richtung als ursprünglich gedacht. Ein regelmäßiger Abgleich zwischen angenommener und tatsächlicher Zielgruppe hilft, die eigene Kommunikation entsprechend nachzujustieren.
Auch für Produktempfehlungen entscheidend
Ein Produkt, das perfekt zur angenommenen Zielgruppe passt, kann bei der tatsächlichen Zielgruppe komplett ins Leere laufen, wenn deren wirkliche Bedürfnisse anders gelagert sind. Wer seine Zielgruppe wirklich versteht, kann gezielter empfehlen und trifft den tatsächlichen Bedarf häufiger, statt nur zu raten.
Zielgruppenverständnis ist bei mir kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess des Zuhörens. Wer diesen Prozess ernst nimmt, kommuniziert nicht nur zielgerichteter, sondern auch ehrlicher, weil die Inhalte auf echten Bedürfnissen basieren und nicht auf bloßen Vermutungen.
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